Freie Arbeiten

Flüchtigkeiten

Bei dieser Arbeit habe ich mich mit der Wahrnehmung bewegter Bilder aus dem Zugfenster beschäftigt. Hierfür bin ich mit dem Zug durch Litauen und Polen gereist. Die entstandenen Arbeiten spielen mit Abstraktionsprozessen der Geschwindigkeit. So wird ein Baum, der bedrohlich nahe an mir vorbeirauscht, von der Bewegung auseinander gerissen und sogleich zu Wiese, Haus oder Zaun, da er nicht genung Zeit hat, sich mir in seiner Ganzheit zu offenbaren. Die Gegenstände in der Ferne ziehen hingegen langsamer vorbei, und auch wenn sie ebenfalls in ständiger Bewegung sind, bleiben sie dem Blick länger erhalten. Wenn wir den Verlust unserer gewohnten Realität akzeptieren, erschließt sich eine neue Welt, in der Steine, Wurzeln, Gräser, Zäune und Mauern perspektivisch meiteinander verschmelzen und sich in unscharfen Linien und Punkten auflösen.